• 22 JAN 18
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    So gut sehen wie früher – ohne Brille

    So gut sehen wie früher – ohne Brille

    Ein Interview zum Thema “Grauer Star” mit Prof. Dr. Dr. habil. Jens Bühren, Augenpraxisklinik Triangulum

    Herr Prof. Dr. Bühren, Sie sind Augenarzt und operieren auch. Als häufige Augenkrankheit kommt wohl der graue Star vor, nicht?
    Der Graue Star – wir Augenärzte nennen ihn die Katarakt – ist eine sehr häufige Alterserscheinung. Die Operation der Katarakt ist eine der häufigsten Operationen überhaupt. Dies ist eine der ganz großen Erfolgsgeschichten der modernen Medizin, vergleichbar vielleicht mit dem Ersatz eines Hüftgelenkes.

    Was ist der graue Star genau und wie sind die Symptome?
    Beim Grauen Star trübt sich die ursprünglich klare Augenlinse ein. Das behindert zunehmend das Sehen. Leider erkranken meistens beide Augen, oft auch zeitversetzt. Hauptsymptome sind verschwommenes Sehen und zunehmende Blendempfindlichkeit der Augen.

    Welche Therapiemöglichkeiten bestehen beim grauen Star?
    Die einzige Therapie ist die Operation.

    Muss der Graue Star denn immer operiert werden?
    Das ist je nach Patient unterschiedlich. Nicht jede Linsentrübung muss sofort operiert werden. Eine Operation ist jedoch sinnvoll, wenn die Trübung zu zunehmender Einschränkung der Lebensqualität oder zu Behinderungen im Alltag führt. Viele Patienten dürfen wegen ihres Grauen Stares nicht mehr Auto fahren. Eine Operation kann dann Fahrtauglichkeit und Lebensquailtät wiederherstellen.

    Wie sieht die Operation aus?
    Der Eingriff wird in der Regel ambulant und in örtlicher Betäubung durchgeführt. Bei der Operation werden die trüben Anteile der Linse des Auges entfernt und durch eine glasklare Kunstlinse ersetzt. Die Erfindung der Kunstlinse ‑Intraokularlinse oder kurz „IOL“‑ machte die früher häufigen dicken Starbrillen überflüssig. Mit unseren modernen Messverfahren ist eine sehr präzise Vermessung des Auges und eine genaue Bestimmung der Kunstlinse möglich. Viele Patienten können zum ersten Mal nach Jahren auf eine Fernbrille verzichten und benötigen nur noch eine Lese- oder Gleitsichtbrille.

    Gibt es Unterschiede bei den Linsen, die Sie einsetzen?
    Ja. Das einfachste Modell ist die monofokale Standard-Linse. Darüber hinaus bieten wir Premium-Linsen (asphärische und torische Linsen) an. Diese gleichen auch die Abbildungsfehler der Hornhaut aus und führen zu einer deutlich besseren Abbildungsqualität im Vergleich zu Standardlinsen.

    Für wen eignen sich asphärische Premium-Linsen?
    Asphärische Linsen sind besonders für jüngere Patienten und für Patienten mit hohen Ansprüchen an die optische Qualität geeignet. Gerade Patienten, die auch in der Dunkelheit Auto fahren, profitieren von asphärischen Linsen. Eine Studie, die wir an der Universitäts-Augenklinik Frankfurt durchgeführt haben, zeigt, dass mit einer asphärischen Linse unter Dämmerungsbedingungen feinere Kontraste wahrgenommen wurden, als mit der vergleichbaren Standard-Linse.

    Und was ist das Besondere bei der torischen Linse, die Sie eben erwähnt haben?
    Bei Menschen mit höherem Astigmatismus („Hornhautverkrümmung“) kann nach der Operation auch für die Ferne ‑z.B. zum Auto fahren‑ noch eine Brille nötig werden, wenn eine Standardlinse verwendet wird. Die torische Linse ist eine Linse, welche zusätzlich den Astigmatismus ausgleicht. So können auch Patienten mit Hornhautverkümmung nach der Operation in den Genuss der Brillenfreiheit kommen.

    Prof. Dr.Dr. habil. Jens Bühren

    Zum Thema “Grauer Star”: Prof. Dr. Dr. habil. Jens Bühren

    Meinen Sie, dass man dann nach der OP gar keine Brille mehr braucht?
    Nein, hier muss ich relativieren.

    Wieso?
    Die wichtigste Aufgabe der Linse ist die automatische Anpassung der Brechkraft des Auges an unterschiedliche Entfernungen, die so genannte Akkommodation. Kunstlinsen sind starr und können nicht akkommodieren. Für die meisten älteren Patienten, die an ihre Alterssichtigkeit gewöhnt sind, ist dies kein Problem. Wenn die Operation aber im jüngeren Lebensalter notwendig ist, kann es zu großen Einschränkungen der Lebensqualität kommen. Daher gibt es seit vielen Jahren Multifokallinsen. Dies sind Linsen, welche in unterschiedlichen Abständen ein scharfes Sehen ermöglichen und so die Brille in vielen Situationen überflüssig machen können.

    Das heißt, eine Muktifokallinse wäre die erste Wahl für alle Patienten?
    Auch hier muss ich relativieren. Nicht jeder ist geeignet für multifokale Linsen. Trifokal- oder Panfokallinsen erlauben eine weitgehende Unabhängigkeit von der Brille. Allerdings basieren diese Linsen auf einem „optischen Trick“ und erfordern ein ansonsten gesundes Auge und eine gewisse Toleranz gegenüber der Wahrnehmung von Lichthöfen (Halos) um Lichtquellen. Daher sind nicht alle Patienten für eine Multifokallinse geeignet. Linsen mit erhöhter Schärfentiefe („EDOF-Linsen“) stehen zwischen reinen Monofokallinsen und echten Multifokallinsen. Sie eignen sich besonders für Patienten, welche hohe Ansprüche an die Abbildungsqualität stellen, aber unabhängiger von ihrer Brille sein wollen.

    Ihr Resumé in Sachen grauer Star?
    Moderne Kunstlinsen können die Brille nach der Operation des Grauen Stares überflüssig machen. Das stellt die Lebensqualität wieder her –oder verbessert sie gegenüber früher sogar deutlich. Sprechen Sie mich oder meine KollegInnen gerne an – wir beraten Sie gerne und können dann direkt auf Ihre persönliche Situation eingehen.

     

    Bitte beachten Sie, dass Sie auf unserer Internetseite für alle unsere Standorte Termine vereinbaren können.

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